Die Alte Wäscherei in Holzhausen

Oktober 31st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Gebäude der Alten Wäscherei in Holzhausen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in Klinkerbauweise errichtet. Der Flachbau und die gleichhohen Nebengenäude zwischen Händelstraße und August-Bebel-Siedlung wurden zunächst als Produktions- und Lagerstätte genutzt. Der Umbau zur Wäscherei begann in den 1960er Jahren – als das Wäscherdorf Cröbern abgebaggert wurde und auch die schon damals 60-jährige Wäscherei Reiher ein neues Zuhause brauchte.

Die Wäscherzeit im Osten Holzhausens kann in zwei Hauptabschnitte unterteilt werden. Bis 1990 wurde hauptsächlich für die Braunkohlebetriebe im Südraum sowie für Gastronomen, Ärzte und Privatleute gewaschen. Ab den frühen 1990er Jahren gab es auch hier viele Veränderungen: der Kohleplatz wurde durch einen Heizöltank ersetzt, auf die Arbeitskittel aus Espenhain folgten Tischtücher aus der Messestadt.

Ein gänzlich neues Feld war der Schmutzfangmattenservice, der ab Mitte der 1990er Jahre täglich einen Großteil des Platzes in den zwei Lieferwagen beanspruchte.

Mit dem 100-jährigen Bestehen des Familienbetriebes im Jahr 2001 begann die Zeit eines neuen Inhabers in den Wäscherei-Räumen an der Händelstraße. Als Pächter der Gebäude übernahm er Kundenstamm, Maschinen und Interieur. Sein Rückzug aus Holzhausen verlief schrittweise. Der endgültige Abschied kam wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage im Jahr 2009.

Seitdem ging es lange um die Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für die altgedienten Räume. Es gab mehr oder weniger illusorische Ideen und viele Gründe, sie scheitern zu sehen. Für den Stummfilmlaster war die Einfahrt zu klein, genauso, wie für den Bootsverleih. Das Radiomuseum fand die Räume ideal, dafür aber waren sie zu dezentral. Ähnlich sah es der Antik-Händler, er stufte die Lage als “Outback” ein. Der Bildhauer liebte die Krankatze im Waschhaus, ihm aber waren die Nachbarn zu nah. Der Zimmermeister wollte gleich mit drin wohnen, kam aber nie wieder. Auch vom Autoschrauber mit Werkstattträumen war kaum mehr als die Mama zu sehen.

Nach diesen Erfahrungen reifte die Entscheidung, die Suche zukünftig sich selbst zu überlassen. Mit ihr kehrte schließlich neues Leben ein. Seit Mai 2010 nutzt ein Glaser zwei größere Räume. Im Februar 2011 folgte neues Leben für das ehemalige Kesselhaus. Seit Juni sind vorerst auch die Auspacke und das Waschhaus vergeben. Derzeit frei (Stand 1. Oktober 2011):  230 qm² Stellfläche auf dem Hof. Boote und Wohnmobile willkommen – Anderes auf Anfrage.

Alte Wäscherei Holzhausen: Grundriss

Google-Maps/Alte Wäscherei (51° 18′ 50″ N, 12° 28′ 0″ O):


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